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"Vollgepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen, hinein ins Weekend-Feeling"

The Blade Itself - Joe Abercrombie (The First Law #1)

"The Blade Itself" [1] ist der erste Teil der "First Law" Reihe. Diese gilt als eine der besten Fantasy Reihen der letzten Jahre und eine Empfehlung von George R.R. Martin [2] macht den Rest der Überzeugungsarbeit. Ausserdem habe ich in 2020 eh zuviel SciFi gelesen, wieso nicht mal was neues.

The Blade Itself - Joe Abercrombie

Es geht um einen Barbaren, eine zahnlosen, verkrüppelten Inquisitor, einen eingebildeten Jüngling und einen scheinbar unsterblichen Magier. Wie das alles zusammen passt, ja, das erfährt man ansatzweise kurz vor Schluss [3]. Und dass ist auch mein Hauptkritikpunkt an dem Buch: Das Buch ist 500 Seiten lang, aber erst auf dem letzten Meter gibt es eine grobe Richtung. Sowas stört jemanden wie mich schon stark, ohne ein sichtbares Ziel erschien mir das Buch etwas orientierungslos [4].

Ärgerlich, denn das Buch ist durchaus als Setup einer Fantasy Reihe geplant - weshalb sich dieser Teil stark auf World Building [5], Lore und Charakteren fokussiert. Und das war durchaus vielversprechend. Es gibt keine Schwarz/Weiss Zeichnung, Figuren entwickeln sich, und alles in allem würde ich gerne mehr von dieser Welt sehen. Insbesondere von dem Inquisitor, der scheinbar die magische Fähigkeit des Off-Kommentars besitzt. Und auch einige Tage nach Beenden des Buches gehe ich gelegentlich in Gedanken immer wieder zurück in diese Welt und frage mich wie es weitergeht.

Reading Challenge 2020

2020 ist - endlich - vorbei und vor uns das Jahr 2021, dass jetzt schon nicht schlimmer werden kann als dieses Kackjahr [1].
Wenigstens habe ich mich mit der neu gewonnnen Pflichtfreizeit arrangieren können und ein paar Bücher lesen können. 25 dieses Jahr. 10.058 Seiten, sagte zumindest Goodreads. Also zwei Bücher im Monat, was aber nur statistisch stimmt, Faktisch habe ich von März bis Juni kein Buch angefasst.

Alles in Allem: Sehr viel Science Fiction - wirklich - SEHR VIEL SCIENCE FICTION. Mit etwas Fantasy. Und etwas Norddeutsches. Aber ansonsten viel Raumschiffe, viel Pew Pew. Bin also nicht wirklich klüger geworden - wurde aber unterhalten. Immerhin.

Auch haben sich zwei Dinge geändert - a) ich fing an Bücher öfter auf Englisch zu lesen und b) Bücher wurden bei mir wieder physisch. Weg vom Kindle - hin zu Totholz.

Warum Englisch? Ich glaube der Hauptgrund ist dass ich nicht auf die nächsten Teile von Romanreihen warten will wenn es bereits eine englische Ausgabe gibt und - noch simpler - das Cover ist meistens hübscher. Thats it. Vielleicht hats auch meine Sprachkenntnis verbessert, dass hab ich aber bisher nicht bemerkt.

Warum keine eBooks? Gehörte immer zu der Kindle Fraktion. War schon ganz nett fast jedes Buch weltweit sofort lesen zu können und seine ganze Bibliothek in der Jackentasche zu tragen. Aber nach dem Lesen ein Buch in den "Gelesen" Ordner zu schieben ist nicht das gleiche gute Gefühl als ein physisches Buch in ein Regal zu stellen. Auch unterhält man sich auch nicht mit Leuten vor einen Kindle und redet über gute Bücher, das macht man vor Bücherregalen. Bücher bleiben sichtbar und verschwinden nicht in Ordnern. Ein Blick in ein Bücherregal kann Erinnerungen an Geschichten triggern. Auch etwas was ein Kindle nicht kann.

Also - habe ich viele Bücher - die ich in den letzten Jahren auf meinem Kindle gelesen habe und mir gefallen haben - dann nocheinmal physisch gekauft [2] und bin eigentlich recht zufrieden [3].

Also - genug der Worte - hier kommen jetzt meine Bücher aus dem Jahr 2020, bewertet mit dem Standard 5 Sterne System, mach ich bei Goodreads ja ganz genauso.

Geralt Saga - Andrzej Sapkowsksi (The Witcher 1-5)

Tiamats Zorn - James S.A. Corey (The Expanse #8)

Blake Crouch - Recursion

Adrian Tchaikovsky - Kinder der Zeit, Erben der Zeit

Joe Haldeman - Forever War

Martha Wells - All Systems Red, Artificial Condition

Lindsay Ellis - Axiom's End

John Scalzi - Zoe's Tale

John Scalzi - The Human Division

John Scalzi - The End of All Things

Amal El-Mohtar, Max Gladstone - This is how you lose the time war (Taschenbuch, English)

Circle - Madeline Miller

Cixin Liu - Rememberance of Earths Past)

Arthur Clarke - 2001 (Taschenbuch, Deutsch)

Walter Tevis - The Man who fell to earth (Taschenbuch, Englisch)

Dörte Hansen - Altes Land (Taschenbuch, Deutsch)

Reboot

Diesen Blog habe ich jetzt mit Umwegen seit 2008. Er folgt mir über mehrere Domains und Blogsysteme. Und ein Großteil - also eigentlich fast alle Posts bis 2016 sind irgendwann verloren gegangen - dass ist allerdings auch nicht wirklich schlimm.

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Mein letzter Restart war 2016, das Jahr in dem ich mich als Webentwickler selbstständig gemacht habe. Mit starker Ausrichtung auf Themen aus der Webentwicklung. Der Plan: Fachartikel schreiben, Veröffentlichen und in Netzwerken streuen. Der Plan war gut ok, die Ausführung mangelhaft. Die Frequenz wurde geringer, die Motivation wurde geringer, zum Schluss waren die einzigen Artikel und Themen die ich privat machte. Und im Endeffekt dass was mir am meisten Spass gemacht.

Nun, das draußen tobt das Jahr 2020 in seinen letzten Atemzügen - und die Welt wartet gespannt drauf was es in den finalen Dezembertagen noch inpetto hat und ich habe meinen alten Blog ^[Den bisherigen Kirby Blog habe ich inzwischen durch eine Kombination aus Nuxt.js und Netlify CMS ersetzt. Nein. Hierzu folgt keine separate Review, aber es sei gesagt - aktuell mag ich es sehr. Auch wenn es anders ist.] auf Eis gelegt. Mein Freiberuflertum habe ich letzten Februar auf Eis gelegt und bin aktuell wieder festangestellt - eine Entscheidung die sich immer noch richtig anfühlt ^[Und tatsächlich rein garnichts mit Corona zu tun hatte, das Timing war wahrscheinlich nur unglaublich günstig].

Und worüber werde ich schreiben? Keine Ahnung. Musik die ich mag, Filme die sah, Bücher die ich las, Hobbies die ich beginne, irgendwie sowas. Nicht mehr für ein Publikum schreiben, sondern für mich. Ein digitales Tagebuch, so wie Bloggen mal gedacht war. Irgendwann in den 10er Jahren.

Also - ab jetzt hier: Unregelmäßige und schlecht recherchierte Artikel zu Dingen die ich mag. Ist auch was.

Anmerkung: Ich wollte so schnell wie möglich das System online haben. Was ihr jetzt seht ist das Grundgerüst. Vielleicht eine Alpha Version. Habe viele Ideen was ich hier machen kann, aber das Nummer 1 Feature ist aktuell: Bugs und ein ungetestetes Layout. Und vermutlich ein schlechtes SEO Ranking, da Systemwechsel.

Altes Land - Dörte Hansen

Diese Tip kam von Marcel [1]. Und endlich mal kein SciFi oder Fantasy oder Historcal Fiction, sondern einfach ein Roman aus dem Norden Deutschlands, genau dem alten Land südlich der Elbe. Als Buten-Emsländer und Bremer also quasi meine Nachbarschaft [2].

(Kein Buchfoto, las es über die Weihnachtsfeiertage und hab es direkt nach dem Lesen an das nächstverfügbare Familienmitglied gegeben - mit den Worten: "Hier. Lesen. Gut")

Spannend, witzig, traurig. Seltsame, aber glaubwürdige Charaktere. Als würde man einen norddeutschen Coen-Brüder Film sehen.

5/5

The Man Who Fell to Earth - Walter Tevis

Walter Tevis schrieb nicht nur Bücher über Schachspielende Damen, sondern auch Science Fiction. Scheinbar sogar hauptsächlich. Das hier war mein erster Tevis. Hat mich aber mit gemischten Gefühlen zurück gelassen.

The man who fell to earth

Kann dieses Buch schwer beurteilen. Die Hauptfigur war unsympathisch, manche Handlung nicht nachvollziehbar. Aber dennoch liest es sich flüssig. Liegt wohl auch daran dass es auch verdammt kurz ist.

Die Welt der 80er aus der Sicht der 60er ist vermutlich aus heutiger Sicht eher dem Retrofuturismus zuzuordnen. Aber von der Welt bekommt man gar nicht soviel mit, leider.

Beizeiten werde ich mir dann Mal den Film mit David Bowie anschauen.\

Alles in allem: 3,5/5

2001 Odyssee im Weltraum - Arthur Clarke (Space Odyssey #1)

Vor einigen Jahren habe ich Kubricks Verfilmung zu 2001 gesehen. Was davon hängen geblieben ist waren die Popkultur Einflüsse und eine nicht endende Lightshow am Ende. Den Film habe ich für mich als overhyped und als nicht vereinbar mit meinen 2010er Jahren Sehverhalten abgelegt [1].
Nun habe ich in meiner gerade blühenden SciFi Phase dieses Buch aus dem Schrank geholt, welches ich vor einigen Jahren von einem Arbeitskollegen bekommen hatte und bisher sein Leben als Regaldekoration Fristen musste.

Was soll ich sagen - es war eine Erfahrung. Zum einen ist es kurz. Und es liest sich schnell weg. Auch all die Szenen sie wir aus Kubricks Film kennen sind drin. Aber anstelle der niemals endenden LSD Lichtshow war hier einfach nochmal ein gutes Stück Handlung versteckt. Im Nachhinein sogar die beste im Buch.

Clarke hat ein Händchen dafür kosmische Begebenheiten zu beschreiben, die einen direkt ein spannendes Bild geben. Beispielsweise seine Beschreibung von Jupiter und Saturn. (Chefkoch-Zwei-Finger-Kuss GIF hier vorstellen) Und im im letzten Viertel haut er richtig raus.

4,5/5 oder so.

Kinder der Zeit / Erben der Zeit - Adrian Tchaikovsky (Children of Time #1, #2)

Was passiert wenn die menschliche Evolution mithilfe eines Virus beschleunigt werden könnte - wir also ein paar Affen auf einen Planeten aussetzen und einfach ein paar tausend Jahre warten? In einer fernen Zukunft treffen die letzten Menschen auf einen Planeten auf dem genau dieses passiert ist - bloss das in diesem Fall keine Affen da waren, sondern ganz andere Tiere.

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Beide Bücher spielen jeweils über einen einen Zeitraum von mehreren 1000 Jahren und haben das Thema Alternative Evolution als Thema. Durchaus interessant und kurzweilig geschrieben und Teil 2 hat noch einen kleinen Horror Faktor - der mich etwas an einen alten John Carpenter Film erinnert hat. \

Kinder der Zeit 4/5
Erben der Zeit 4.5/5

Rememberance of Earth's Past - Cixin Liu

Cixin Liu's Trisolaris Trilogie (oder auch Remembrance of Earth's Past, wie die Reihe offiziell genannt wird) ist vermutlich das beste was ich dieses Jahr im Bereich SciFi gelesen habe. Die Geschichte startet während der chinesischen Kulturrevolution und setzt das Level für die restliche Erzählung. Bedrückung. Hilflosigkeit. Physik. Im Laufe der Bücher kommt es immer wieder zu Momenten wo ich kurz aufgehört zu lesen habe. Um zu verarbeiten was hier gerade passiert ist. Soviele auswegslose Situationen, soviele clevere Twists, hach...

Ich habe die Bücher auch nicht am Stück sondern abwechselnd mit anderen Büchern gelesen und bin doch immer wieder gedanklich zu den jeweiligen Ende von Three Body Problem und The Dark Forest zurückgekehrt. Zu spannend war der Cliffhanger, zu unfassbar die daraus folgenden Implikationen. Und dann kommt ein Death's End daher und macht noch ganz andere Dinger.

Zusammenfassend kann ich mich nur vor Cixin Liu verbeugen: Was er mit diesen drei Büchern geschrieben hat ist unglaublich. Zwar sind die jeweiligen Hauptcharaktere eher nur Mittel zum Zweck bzw Storyvehikel, doch dass macht nichts, denn die Ideen die dieses Buch liefern sind so kreativ, dass diese noch eine Weile nach Beenden des Buches im Hirn nachbrennen.

Die Reihe ist vermutlich nichts für jeden - wer aber Hard Science Fiction mag und gerne auch mal ein paar Seiten nur physikalische und technische Beschreibungen liest, wird diese Bücher lieben.

Rememberance of Earths Past - Cixin Liu

Hier noch meine Eindrücke direkt nach dem Lesen der jeweiligen Bücher:

Band 1: The Three-Body Problem

Mir fallen gerade nur Adjektive ein: Spannend, Erschreckend, Scienc-y, Erschütternd, Clever...

5/5

Band 2: The Dark Forest

Erstmal sammeln, durchatmen, nachdenken.... Der zweite Band wirkte anders auf mich als der erste, ich weiss nicht ob es am neuen Übersetzer liegt, aber die Sprache las sich so ganz verschieden im Vergleich zu Band 1. Es gab ein paar Längen und zumindest eine Storyline hätte etwas kürzer sein können - looking at you Zhang Beihai.

Auch hat mich die Buchstruktur hart genervt. Ich mag gleich lange Kapitel, nicht Abschnitte mit einer Länge von 100-200 Seiten. Viel zu schnell wechseln Protagonisten und Orte, ich bin Mitte 30, ich mag Struktur, verdammt nochmal.

Aber - nach dem Gemecker: Wenn das Buch mich nicht gerade mit den erwähnten Punkten genervt hat war es spannend. Sehr sogar. Insbesondere das letzte Drittel zeigte die Brillanz die ich im ersten Band so mochte.
Zumindest größtenteils: Ein wichtiges Storyelement konnte ich schon nach 50 Seiten fast genauso vorhersehen. Eigentlich schon nach der Einband Beschreibung. Einfach diese nicht lesen.

4/5

Band 3: Death' End

Wow. Vermutlich werde ich auch an den dritten Teil der Serie noch eine ganze Weile denken. Unglaublich.

Die Welt und Konzepte und Story Elemente sind einzigartig und man kann sich vor Cixin nur verbeugen.

Bedrohungen in diese Reihe sind wirklich beängstigend und insbesondere dieser Band ist voll von Existenz Anxiety Triggern (TM).

Vermutlich ist das Buch nicht für jeden geeignet. Die Figuren und alle Protagonisten der Reihe wirken teilweise nur wie Storyvehikel. Sie sind okay, aber an sich nicht spannend.
Ist im Endeffekt aber okay, die Story ist größer als die Figuren.
Viiiiiel Größer! (Hier gruselige Theamin Musik vorstellen)\

Sollte man erlebt haben

5/5

The End of All Things - John Scalzi (Old Man's War #6)

Dieser Teil der OMW Saga beschreibt (zusammen mit seinem Vorgänger) die Politik der Colonial Union.

Scalzi hat hier nicht nur den Protagonisten sondern auch die Erzählform geändert. Von einer durchgehenden Geschichte (Buch 1-4) zu vage verbundenen Kurzgeschichten. Deswegen war Wilson im Vorgänger auch nie wirklich greifbar, immer wenn es spannend wurde war es auch wieder vorbei und Wilson war immer etwas blass.

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Dieser Band macht es anders: Zum einen gibt es nur 4 große Geschichte und jede für sich bekommt ausreichend Zeit ohne zu lang zu sein. Auch sind es zwar immer noch getrennte Geschichten, aber dafür stark miteinander verwoben und nichts erscheint im Kontext überflüssig. Und zuletzt, alle Protagonisten scheinen den Untergang mit Sarkasmus zu begegnen. Und der wirkte auf mich nie aufgesetzt, musste sogar einige Male laut lachen. Alleine der erste Absatz der ersten Geschichte hat mich so fabelhaft amüsiert.

Alles in allem: Schöner Abschluss, hat mir sehr viel Spass gemacht.

4,5 / 5 ...oder 9 von 10 ... oder "du hast die anderen 5 Bücher gelesen? Dann ließ dass gefälligst auch. Lohnt sich" / 10

Axiom's End - Lindsay Ellis

Initial ganz in Ordnung, aber dann wurde es unglaublich langweilig. 2/3 des Buches sind überflüssig, setzen die Handlung nicht fort und waren so spannend wie meine Steuererklärung. Charaktere werden eigentlich alle langweilig und belanglos in Handeln und Dialogen dargestellt, es sind überall lose Enden (oder Red Herings) und alles in allem war die Story genauso gut strukturiert wie diese Rezension. Immerhin weiss ich jetzt wie der NASDAQ im Laufe der Geschichte war.

Axiom's End. - Tolles Cover, lahmer Inhalt

Die Autorin ist scheinbar eine Essay YouTuberin mit großer Anhängerschaft. Vermutlich haben die meisten ihrer Abonnenten dieses Buch gelesen und mit 5 Sternen auf Goodreads bewertet. Anders kann ich mir das durchschnittliche 3.9 / 5 Goodreads Rating nicht erklären.

Ich fasse zusammen: Kack Buch. Nicht lesen.
2/5 [1]