flore.nz

"Vollgepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen, hinein ins Weekend-Feeling"

Vaultwarden

Screenshot Vaultwarden

Letztens las ich diesen Blogeintrag von Philipp über den Umstieg von 1Password auf Vaultwarden und dachte, dass es etwas ist, was für mich auch interessant wäre. Zwar habe ich eine Lifetime-Pro-Lizenz [1] von Enpass, aber natürlich wurde seitdem eine Premium-Lizenz eingeführt, für welche man mich bittet, wieder monatlich zu bezahlen. Ohne diese kann ich keinen Authenticator nutzen oder Passkeys speichern. Ebenso fehlt jetzt eine Warnung bei Datendiebstahl [2]. Dazu gesellt sich auch das leichte Gefühl, dass es kaum spürbare Weiterentwicklung bei dieser App gibt und sie von den Entwicklern nur noch stiefmütterlich behandelt wird.

Also, warum nicht Vaultwarden austesten? Vaultwarden ist eine leichtgewichtige, in Rust geschriebene Open-Source-Alternative zum Bitwarden-Server und ideal für Selfhosting. Es bietet erst einmal alles, was ich mit Enpass machen konnte.

Die Installation war mit Coolify schnell erledigt und ich konnte direkt meinen CSV-Export von Enpass nutzen. Auf Mac und Android konnte ich direkt die jeweiligen Bitwarden-Clients nutzen. Mein erstes Fazit: Bisher bin ich zufrieden. Die Oberfläche ist aufgeräumter und alles gefühlt etwas schneller.

Der einzige Nachteil bisher gegenüber Enpass scheint, dass ich jetzt stärker auf die Cloud angewiesen bin; Enpass hatte hier einen Local-first-Ansatz mit optionalem Backup auf Cloudhoster wie Google Drive oder Dropbox.

Edit: Ich wurde auf Mastodon darauf hingewiesen dass Enpass doch Passkeys in der Pro Lizenz unterstützt. Auch wenn mir die App selber etwas anderes sagt. Es kann sein dass diese Anpassungen entweder noch kommen oder nur die mobilen Apps betreffen. Irgendwie undurchsichtig.

Open Tabs - wie ich versehentlich eine neue Blogplattform baute

Dieser Blog hatte nie wirklich eine klare Richtung. Kein festgelegtes Thema, keine Nische – das war ein bisschen Absicht, ein bisschen Faulheit. Ich wollte einfach über das schreiben, was mich gerade beschäftigt. Dass ich dadurch auch meine Lesemotivation aufrechterhalten wollte, war so erst gar nicht geplant.

Das Problem dabei: Sobald der Alltag dazwischenfunkt, fehlt die Zeit für ordentliche Artikel. Und so kommt es, dass ich aktuell nach jedem Buch ein Foto mache und es hier hochlade. Vorhersehbar und auch zeitlich gut einzuschätzen.

Dennoch fehlte mir irgendwie eine Möglichkeit, Dinge schnell zu teilen, ohne gleich ein langes Essay zu schreiben. Bis ich letztens einen Gedanken hatte.

Jade War - Fonda Lee

Jade War - Fonda Lee

Der zweite Teil der Green Bone Saga. Im Gegensatz zum ersten, spielt ein recht großer Teil der Handlung dieses Mal ausserhalb der Heimat Insel der Magie-Triaden Familien und erinnert dieses Mal mehr an den Paten als an alte Hong Kong Heroic Bloodshed Filme. Alles in allen ist es eine solide Fortsetzung.

Mehr später, wenn ich dann den dritten Teil gelesen habe.

The Measure - Nikki Erlick

Hand hält Buch vor einem Bücherregal

The Measure startet mit dieser Ausgangslage: Eines Morgens wachen alle Bewohner der Erde auf und finden eine Box auf ihrer Türschwelle. In dieser Box liegt ein Faden, der die Länge ihres Lebens visualisieren soll. Dennoch handelt es sich bei diesem Buch nicht um Science-Fiction oder Fantasy.

Eher ist es eine Geschichte, die zum Nachdenken und Philosophieren einlädt. Würde ich als Leser diese Box öffnen? Will ich die Länge meines eigenen Lebens wissen? Und welche Auswirkungen hat dieses Wissen auf die eigentliche Antwort?

Nikki Erlick stellt diese Fragen und erzählt die Geschichte mithilfe der Sichtweisen einer Handvoll Personen im Laufe eines Jahres. Dabei greift sie verschiedene Auswirkungen auf die Gesellschaft auf: Kann ich mit jemandem ein Leben aufbauen, der oder die vielleicht nur noch wenige Jahre zu leben hat? Sollte ich eine Person mit einer kurzen Schnur einstellen? Was passiert, wenn ich nur Menschen mit langen Schnüren in eine Schlacht schicke? Wie verhält sich die Gesellschaft, wenn sie von einem Populisten gespalten wird? Und natürlich: Würde ich diese Box öffnen wollen?

Mir hat es Spaß gemacht, die „Regeln“ der Schnüre zu verstehen und herauszufinden, welchen Einfluss diese auf unser Leben haben könnten. Während und nach dem Lesen möchte man sich und andere gerne in ein Gespräch darüber verwickeln.

Nicht so gefallen hat mir die Charaktertiefe einiger Figuren; beispielsweise ist ein Antagonist einfach nur ein schlechter Mensch, weil es die Geschichte so verlangt. Auch viele andere Figuren sind teils so flach und vorhersehbar, dass diese vermutlich nur auf Menschen spannend wirken, die noch nie ein Buch gelesen haben. Wer komplexe Charaktere und Storytwists erwartet, sollte seine Erwartungen hier vermutlich herunterschrauben. Man muss viele Dinge einfach akzeptieren – genauso wie die Menschen in diesem Buch einfach die Boxen (im Text stand „Würfel“, vermutlich waren die Boxen gemeint) akzeptieren.

Kurz: Die ganze Geschichte lebt von der Idee der Schnüre, und man merkt, dass die Autorin viel Spaß dabei hatte, den potenziellen Auswirkungen auf die Gesellschaft nachzugehen. Und auch wenn ich mir hier noch etwas mehr Tiefe erwartet hätte, hat mir das, was ich gelesen habe, Freude bereitet.

Wer Lust auf eine Geschichte mit einem spannenden Ansatz hat, macht mit The Measure nichts falsch.