flore.nz

"Tanz immer so als würden dich alle sehen. Und beurteilen. Und danach ihre Beobachtungen austauschen und lästern. Über dich."

Building A Second Brain - Tiago Forte

Vor etwa sechs Monaten habe ich mich länger mit der Software Obsidian auseinander gesetzt und bin direkt ins Rabbithole gefallen. Stück für Stück habe ich mir ein System aufgebaut um meine täglichen Todos, Gedanken, Bookmarks und Ideen festzuhalten und wie es mit organisch wachsenden Systemen nunmal so ist, it is a mess.

Tiago Forte - Building a Second Brain

Atomic Habits - James Clear

Einer meiner größten Erkenntnisse die ich in den letzten Jahren hatte, ist, dass ich mich sehr schwer tue neue Gewohnheiten zu etablieren. Ein Fitnessstudio wird einen Monat besucht und 2 Jahre bezahlt. Eine gesunde Ernährung wollte sich nie so ganz in den Alltag einfügen und mein Vorsatz “Nicht mehr rauchen” war lange Zeit ein Treppenwitz den ich erzählt habe, während ich mir eine Zigarette angesteckt habe [1].

Atomic Habits by James Clear

Man kann sagen, ich war lange anfällig für schlechte Gewohnheiten und auf die Frage “WIESO KRIEG ICH MEINEN SCHEISS EIGENTLICH NICHT ZUSAMMEN” bin ich immer wieder auf den Namen “Atomic Habits” gestoßen. Was jetzt nicht so überraschend ist, das Buch ist mehr oder weniger Bestandteil einer jeden “Bücher die dein Leben verändern” Liste. Und ja, stimmt schon alles.

Wenn dich jeder mag, nimmt dich keiner ernst - Martin Wehrle

Vor ein paar Wochen habe ich mich wieder hinreissen lassen mein Audible Abo zu reaktivieren, da mir 3 Monate umsonst angeboten wurden. [1] [2] [3]. Schnell habe ich gemerkt dass ich eigentlich keine Lust auf einen Roman hatte sondern Sachbücher vielleicht eher für mich funktionieren. Und irgendwo relativ weit oben in den Audible Sachbuch Charts habe ich dann diesen Titel gefunden.

Frontcover -

Dawnshard - Brandon Sanderson

Nachdem ich letztens erst entdeckt habe, dass mein aktueller Lieblings-High-Fantasy-Autor Brandon nicht nur meine aktuelle Lieblings-High-Fantasy-Reihe Stormlight Archives schreibt, sondern auch angefangen hat, kleine Novellen zwischen den Bänden herauszubringen, bin ich direkt mit Edgedancer eingestiegen. Das fand ich dann auch ganz okay, aber nicht mehr.

Mit Dawnshard habe ich nun die zweite Novelle, die zeitlich zwischen Band 3 (Oathbringer) und Band 4 (Rhythm of War) spielt, beendet und habe hier eine deutliche Steigerung zu Edgedancer wahrgenommen.

Dawnshard - Brandon Sanderson - Frontcover

Provenance - Ann Leckie

Die Imperial Radch Reihe ist interessant. Augenscheinlich hat sie mir beim Lesen sehr gut gefallen, aber wenn ich jetzt zurückdenke fallen mir überraschend wenig Einzelheiten ein. Insbesondere zum Abschluss der Reihe, den ich - aus heutiger Sicht überraschend - mit 5/5 bewertet habe.

Provenance - Frontcover

Und das gleiche Phänomen habe ich jetzt mit Provenance.

Der praktizierende Stoiker - Ward Farnsworth

Nachdem ich letztens "The Subtle Art of Not Giving A Fuck" sehr begeistert durchgearbeitet hatte, hab ich herausgefunden dass sehr viel in diesem Buch - und auch in vielen anderen ähnlichen Büchern - auf der stoischen Philosophie beruht.

Der Praktizierende Stoiker

Ich erinnerte mich damals bei Marcel [1] dieses Buch gelesen zu haben und habe gesehen wie begeistert er davon war. Und als dann die deutschen Übersetzung kam [2], direkt gekauft und dann jetzt gelesen.

Ich glaube dieses Bild beschreibt es ganz gut:

Durchgeackert.

Das halbe Buch ist voller Anmerkungen von mir und Post Its. Und ich glaube dass ich einige Ansätze daraus mitgenommen habe, hoffe sogar in einem akuten Overthinking Notfall darauf zurückgreifen zu können.

Farnsworth [3] hat verschiedene Kernbereiche des Stoizismus genommen und diese jeweils in eigenen Kapiteln mit verschiedenstens Zitaten von Stoikern [4] belegt und kommentiert.

Und fast [5] jedesmal kann man zu dem Schluss kommen: "Das ist uberraschend gut gealtert".

Schnelles Fazit [6]: Sollte man dieses Buch lesen? Nein. Sollte man dieses Buch zuhause haben und als Nachschlagewerk nutzen? Joa. Schon. Bereue ich es dieses Buch gelesen zu haben? Nope.

Für mehr Tiefgang, empfehle ich nochmal Marcels Artikel zum Buch.

Edgedancer - Brandon Sanderson

In dem Moment, als ich das Vorwort von "Oathbringer" las, erfuhr ich von "Edgedancer" - einem kleineren Abenteuer in der Welt von Roshar, das zwischen den monumentalen Ereignissen der Hauptromane einzuordnen ist. Neben diesem gibt es auch noch ein zweites Buch, "Dawnshard", das in ähnlicher Weise in das epische Gewebe von Sandersons "Stormlight Archives" eingewoben ist

Edgedancer - Cover bekommt direkt 10/10

Die Geschichte, die "Edgedancer" erzählt, ist eine eigenständige, doch sie sollte wohl aufgrund einiger kleiner Spoiler vor "Oathbringer" gelesen werden. Ein Teil des Buches ist eine 1:1 Übernahme eines Zwischenkapitels aus "Words of Radiance". Da das fast ein Viertel des Buches ausmacht, muss man selber wissen, was man davon hält. Die Übernahme ist eigentlich gar nicht so notwendig und hätte anders gelöst werden können, beispielsweise durch kleine Rückblenden und mehr verwobenene Einbindungen in die Hauptstory.

"Edgedancer" fokussiert sich auf Lift, ein 13-jähriges Mädchen, das für immer im Körper eines 10-jährigen Mädchens steckt [1] und im Kontext der Radiant Knights ein Edgedancer ist. Das bedeutet, sie kann sich besonders rutschig machen, ohne Reibungsverlust [2] und sekundär das Wachsenlassen von Dingen.

Als eine Art Sidestory bietet "Edgedancer" eine weitere Perspektive auf die Welt von Roshar und die komplexen Verwicklungen ihrer Bewohner. Lifts Abenteuer, obwohl sie in einem kleineren Rahmen stattfinden, tragen dennoch ihren Teil zur Gesamtgeschichte bei. Die Perspektive eines so ungewöhnlichen Charakters wie Lift bietet eine erfrischende Abwechslung zu den großen Schlachten und politischen Intrigen, die die Hauptromane dominieren.

Edgedancer - Backcover

Aber hier ist eine Warnung: Lifts Wortschatz besteht hauptsächlich aus dem Wort "awesome". So sehr, dass es manchmal das Gefühl aufkommt, als würde man nochmal den Lego Kinofilm gucken. Vielleicht ist das genau der jugendliche Charme, den Sanderson einfangen wollte, oder vielleicht ist es ein wenig zu viel des Guten. Es hängt alles davon ab, wie sehr man bereit ist, sich auf Lifts einzigartige Perspektive einzulassen

Gegen Ende des Buches wird noch eine weitere Figur angedeutet, die im Kontext der ganzen Reihe später noch wichtig zu werden scheint. Das ist eine von Sandersons Stärken - er webt immer feine Fäden, die sich erst viel später zu einem größeren Muster zusammenfügen. In diesem Sinne passt "Edgedancer" perfekt in das größere Bild der "Stormlight Archives".

Würde als Punktzahl irgendwo zwischen 3-4 von 5 geben, aber ist eigentlich auch nicht relevant. Das Buch ist so kurz, dass es vermutlich jeder lesen wird, der sich mit dieser Reihe beschäftigt.

Oathbringer - Brandon Sanderson

Scheinbar habe ich jetzt einen Halbjahres Turnus erreicht was die Stormlight Bücher von Sanderson betrifft. Nach The Way of the Kings und Words of Radiance nun: Oathbringer.

Ich werde wohl nicht erleben dass die Cover der Reihe mal nicht kitschig werden. Leider: Reinster Fantasykitsch.

Die Konsistenz, mit der Sanderson seine Bücher schreibt, ist beeindruckend. Die Handlung ist auf 1200 Seiten verteilt und wird trotzdem nie langweilig. Eher: durchdacht, und die (Weiter)Entwicklung der Figuren ist faszinierend. Es ist wirklich selten, eine Buchreihe zu finden, die über mehrere Bände hinweg so konstant gut ist.

Ein großer Pluspunkt von "Oathbringer" ist, dass die Geschichte wenig vorhersehbar ist. Immer wenn ich denke, dass ich weiß, wie etwas weitergeht, passiert etwas ganz anderes. Diese überraschenden Wendungen halten die Spannung aufrecht und machen das Buch zu einem echten Pageturner.

Und auch die Zusammenfassung auf der Rückseite scheint mehr oder weniger Arbeitsverweigerung zu sein.

Besonders bemerkenswert ist die Einführung eines der besten neuen Charaktere - und das ist einfach: ein Schwert!

Leider nähere ich mich langsam dem Moment, wo ich einige Jahre auf eine Fortsetzung warten muss. Aber ich bin zuversichtlich: Immerhin ist Sanderson kein George R.R. Martin und hat einen recht beständigen Output. Und bevor ich dann mit dem nächsten Buch anfange, muss ich sowieso erstmal zwei dazwischenliegende Novellas lesen.