flore.nz

"I, I will be king. And you, you will be queen. Though nothing will drive them away. We can beat them, just for one day. We can be Heroes, just for one day."

All These Worlds - Dennis E. Taylor (Bobiverse #3)

Und das war er - der dritte Teil des Bobiverse und schließt ab was die ersten beiden Teile [1](https://www.flore.nz/blog/we-are-legion-we-are-bob-dennis-e-taylor-bobiverse-1) und For We Are Many] begonnen haben.

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Wieder gibt es einen Haufen Sternensysteme, einen verrückten Brasilianer, außerirdische Zivilisationen und eine große Anzahl von Bobs. Und auch die große Bedrohung, die sich seit Teil 1 aufgebaut hat kommt drin vor und stellt damit neben der Delta Storyline den einzig anderen durchgängigen Storyfaden dar. Ansonsten auch dabei Transhumanismus und Existenzialismus. Nicht gerade auf dem Level dass Kant oder Sartre stolz wären, aber immerhin soweit wie es in die Story passt.

Alles in allem, ein guter Abschluss einer Trilogie. Wie ich vorher schon schrieb, ein bisschen seicht und nicht gerade ein "Rememberance of Earths Past" aber immerhin sehr unterhaltsam. Das Buch und die ganze Reihe [2] bekommt von mir solide 4 Sterne. Ruhig lesen, man macht nichts falsch.

LiedGut IV

Der Juli ist knapp vorbei und wieder eine neue Sammlung von mir neu entdeckten Favorites. Grundsätzlich handelt es sich hier nicht um neue Songs, sondern eher um Songs die ich neu entdeckt habe (und in diesem Fall einen Song der definitiv in diese Liste sollte).

Ansonsten, habe ich im Juli mein erstes Konzert seit Februar 2020 erlebt. Das sind fast 17 Monate. Element of Crime an der Seebühne Bremen. Ok, Sitzkonzerte sind seltsam, Sitzkonzerte mit freien Plätzen um einen herum sind auch seltsam. Und Sven Regener und Band werden auch nicht jünger, aber dennoch, ein guter Auftakt für ein Konzertjahr und hoffentlich nicht das letzte was ich dieses Jahr sehe.

Element of Crime - Seebühne Bremen - 2.7.2021

(Beitrag kann Partnerlinks beinhalten, welche vermutlich zu Amazon führen. Damit unterstützt ihr diese Seite. Wenn ihr wollt. Allerdings bin ich nicht drauf angewiesen, weswegen ihr euer Geld vielleicht eher bei eurem lokalen Plattenladen/Buchladen lassen solltet.)

For We Are Many - Dennis E. Taylor (Bobiverse #2)

Normalerweise lese ich keine Buchreihen back-to-back mehr. Aus dem einfachen Grund, dass ich der Story etwas Luft zum atmen geben will. Eine Weile sacken lassen, vielleicht in den folgenden Tagen nochmal geistig darauf zurückkommen und über das Gelesene Nachdenken. Vielleicht sogar zu dem Schluss kommen dass das Gelesene vielleicht garnicht so gut war wie man beim Lesen dachte [1].

Allerdings ist die Bobiverse Reihe nicht wirklich Wein der reifen muss, eher eine Flasche Club Mate, aus dem Eisfach, schnell trinken bevor sie warm wird und die Kohlensäure weg ist. [2]

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Gut, ausserdem lag es an der Natur der Erzählung im Bobiverse[3], die Kapitel sind Erlebnisse und Erfahrungen der jeweiligen Bobs. Es wird durch die Zeit gesprungen, vor und zurück und richtig zusammenhängend ist eigentlich nichts. Und ein richtiges Ende hatte Teil 1 auch nicht, es ist irgendwo vermutlich empfehlenswert direkt mit Teil 2 weiterzulesen.

Und genau wie der erste Teil hat auch Teil 2 Spass gemacht. Das Novum ist weg, aber dennoch gab es ein paar schöne Entwicklungen, wobei ich glaube dass hier noch mehr Potential für Größeres vorhanden ist. Mehr gibts auch nicht zu sagen. Same Same but different. Aber egal - ich geh direkt weiter zu Teil 3. Liegt auch schon hier [4].

We are Legion (We are Bob) - Dennis E. Taylor (Bobiverse #1)

Stell dir vor du hast gerade einen Vertrag über ein postmortales Einfrieren abgeschlossen, wirst auf einer ComicCon von einem Auto angefahren und wachst 120 Jahre später in einem Handmaid's Tale Dystopie Staat auf, nur um dann mit einer sich selbst-multiplizierenden Von Neuman Sonde in den Weltall geschossen zu werden. Das passiert Bob.

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Wenn man von dem seltsam dümmlichen Originaltitel und den wirklich hässlichen Buchcover absieht, ist der erste Teil des Bobiverse[1] ein insgesamt kurzweiliges Buch. Die 300 Seiten sind ein Pageturner. Da Bob sich immer wieder duplizieren kann, haben wir eine große Menge an Charakteren, welche (zu Bobs Ärger) alle ein eine komplett andere Persönlichkeit entwickeln, sich Namen geben wie (Khan, Riker, Mario, Calvin, Homer, etc). Und da sich alle dann auch in verschiedene Richtungen des Universums begeben, handelt es sich auch ein bisschen um eine Kurzgeschichtensammlung mit mehreren Storysträngen.

Gut, es ist nicht gerade intellektuell herausfordernd und ein Gegenwartsnerd, der Nerdsachen macht und SciFi, Comics sowie Cartoons zitiert ist, dann dazu eine Story die irgendwo zwischen Rick & Morty, Star Trek und Doctor Who rumpanscht, das alles ist schon arg formelhaft und auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten. Und zu dieser gehör ich scheinbar. ¯_(ツ)_/¯

Der erste Band hat mir echt Spass gemacht. Man sollte halt nicht erwarten dass man noch lange nach dem "Buch zuklappen" noch lange über das Gelesene nachdenkt.

Britt-Marie war hier - Fredrik Backman

Wenn mich ein Autor dieses Jahr begeistert hat, dann war es Fredrik Backman. Sieht man vielleicht an meinen überschwänglichen Rezensionen zu Ein Mann namens Ove und Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr leid. Dementsprechend hatte ich auch schon hohe Erwartungen an Britt-Marie war hier [1](https://https://amzn.to/3z6TE78[^partnerlink])[^partnerlink], aber kauft vor Ort wenn möglich]. Und diesen galt es gerecht zu werden. Warum das nur teilweise eingetroffen und wieso dieses Buch dennoch grossartig war, erkläre ich jetzt hier.

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Zur Story: Die ordnungsliebende Britt-Marie fängt, nachdem sie ihren Mann aufgrund einer Affäre verlassen hat, ein neues Leben an und landet im vielleicht trostlosesten Ort Schwedens: Borg. Es gibt eine Strasse die hineinführt und auch direkt wieder raus. Dazu eine Pizzeria, die aber gleichzeitig auch Supermarkt, Postamt und Autowerkstatt ist. Eher unfreiwillig wird sie nach und nach in das Leben Borg eingeführt und Borg wird immer mehr zu Britt-Marie.

Britt-Marie ist ist ein indirekter Folgeroman zu "Oma lässt grüßen..." und folgt der titelgebenden Figure Britt-Marie nach den Ereignissen aus dem Vorgänger. Hierbei handelt es sich aber NICHT um eine Fortsetzung, in der Tat wird an keiner Stelle auf den Ereignissen von "Oma lässt grüßen..." eingegangen und dieses Buch ist komplett eigenständig.

Wenn ich den Charakter von Britt-Marie hinunterbrechen müsste: Traumatisiert durch eine unglückliche Kindheit voller Tragödien, ordnungsliebend und gleichzeitig weltfremd. In der Tat so weltfremd dass meine Suspension of Disbelief schon an manchen Stellen hart strapaziert wurde. Aber dennoch ist sie auch gleichzeitig nicht wie Ove, da sie auch zu komplexen Emotionen fähig war und ein paar interessante Ticks und Neurosen aufweist. Ich hab es jedesmal geliebt wenn Britt "unsichtbare Krümel von ihren Rock wischt" oder über Natron nachdenkt.

Zwar ist dieses Buch eine indirekte Fortsetzung (oder Spin Off), aber: Die Ausgangssituation, dass eine sozial-gestörte Person in einem Mikrokosmos voller Personen jeglicher Art hineingerät und anfängliche Vorurteile durch Menschlichkeit und Nächstenliebe ausgetauscht werden, während gleichzeitig die Personen im Umkreis mit Hintergrundgeschichten und Verhalten eine viel stärkere Profilierung bekommen, könnte jetzt auch 1:1 eine abstrakte Inhaltsbeschreibung von Ein Mann namens Ove oder (in Teilen) von "Oma lässt grüßen..." [2] sein, weswegen ich die drei Romane bisher auch als eine Reihe sehe - nicht nur wegen der ziemlich gleichen Buchcover.

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Da ich die Vorgänger beide sehr mochte, konnte ich auch diesem Roman viel abgewinnen. Tolle Figuren und Charakterzeichung, eine lebendige kleine Welt, komplexe Gedankengänge und komplett fehlende Vorhersehbarkeit.

Die tragischen und komischen Elemente aus den beiden Vorgängern waren hier nicht ganz so zu spüren, aber dass ich alleine im Raum beim Lesen laut loslache ist für mich eine Dreingabe und keine Anforderung für ein gutes Buch.

Lediglich das Gefühl dass es sich ein bisschen um einen Aufguss der Vorgänger handelt, konnte ich nicht ganz abschütteln, weswegen ich dieses Buch wohl als den bisher schlechtesten Backman einordne. Aber das ist meckern auf ganz hohen Niveau. [3].

Alle drei Bücher sind bisher in meiner Jahres Top 5.

Als nächstes dann wohl die Bear Town Bücher [4](https://https://amzn.to/3ikE2FY[^partnerlink])[^partnerlink] auf Amazon. Falls ihr keine lokale Buchhandlung habt und es Amazon sein muss, dann benutzt doch diesen Link und unterstützt diesen Blog. Danke.].

The Catcher in the Rye - J.D. Salinger

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The Catcher in the Rye (auf deutsch: Der Fänger im Roggen) ist wieder so ein Buch von dem fast jeder irgendwie schonmal gehört hat. Ohne nachzuschauen fallen mir folgende Dinge ein, ohne nachzuschlagen:

  • Der Attentäter John Lennons hatte angeblich während der Tat dieses Buch dabei und sagte auch dass dieses Buch ihn dazu gebracht hat.
  • JD Salinger hat nur dieses eine Buch geschrieben und es verkauft sich bis heute. Ausserdem hat er jegliche Filmrechte und Adaptionen bis heute untersagt.
  • In den USA bis zuletzt wegen Worten und Inhalt kontrovers diskutiert, hat es das Buch auf diverse Blacklists der Schuleinrichtungen geschafft.
  • Es gab eine South Park Folge in der ein Buch mit diversen Geschmacklosigkeiten geschrieben wurde und genau dieselbe Veröffentlichungsgeschichte durchmacht wie dieses Buch.
  • Und noch ein paar Dinge mehr.

Falls ihr jetzt, so wie ich, dachtet: "Hey, das Buch sollte man bestimmt mal gelesen haben" - braucht ihr nicht, ich hab es für euch getan. Hier die Zusammenfassung damit ihr eure Freunde beeindrucken könnt, offensichtlich voller Spoiler: [1] [2]

Meine Zwischenfazit war:

Etwas phony, etwas corny, auch ein bisschen anstrengend. Vor allem der Protagonist. Es werden oft Dinge wiederholt. Es ist so phony und corny. Und wiederholend. Und anstrengend. Der Protagonist auch. - Ich, auf Twitter

Salinger hat sich scheinbar richtig in die Rolle reinversetzt: Der Protagonist Holden Caulfield ist furchtbar anstrengend, hat eine begrenzten Wortschatz (kann sein dass er es an einer Stelle sogar selbst sagt) und zeigt auf jeder Seite seinen misanthropisches Verhalten. Und 15 (?) jährige Misanthropen mit begrenzten Wortschatz sind jetzt nicht gerade Leute die ich gerne auf eine Tour durch New York begleite. Gegen Ende wird das Buch nochmal interessant, z.B. die Stelle die den Buchtitel erklärt, eine Begegnung mit einem Zuhälter oder das Treffen mit einem alten Lehrer, was wirklich seltsam endet und wirklich mal ein "Was passiert da gerade" in mir hervorruft. Aber das wars dann auch mit den guten Stellen.

Trotz 200 Seiten hat sich das Buch, abgesehen von einigen wenigen Lichtblicken wo es doch mal ganz spannend wurde, gezogen wie Kaugummi. Die Story hat bestimmt mehrere Ebenen [3] und die Charaktere sind bestimmt alle tolle Reflektionen des Amerikas der 50er, ... aber bringt mir halt alles nichts, wenn der Protagonist mich einfach nervt. Mit jedem Wort.

Jetzt ist es raus. Ich bin ein Kulturbanause. Bitte von Hatemail absehen, ich kann nichts dafür. Bin nicht phony genug.

Update (16.7.2021): Heute ist auf Spiegel ein sehr schöner Artikel über Salinger, sein Leben und den Einfluss der dieser Roman auf die Welt hatte. Gerne lesen wer sich für die Figur interessiert - spannender als das Buch ist er allemal.

Before They Are Hanged - Joe Abercrombie (The First Law #2)

“We should forgive our enemies, but not before they are hanged.”

Mit diesem Zitat von Heinrich Heine beginnt der zweite Teil von Joe Abercrombie's First Law Reihe, erklärt dadurch den Titel und setzt die Stimmung die einem in dieser (Dark?) Fantasie Geschichte erwartet. Brachiale Gewalt, Reisen durch seltsame Länder, Intrigen, Verschwörungen, ... . Dieses Buch hat alles. Und es war toll.

Before They Are Hanged - Joe Abercrombie (The First Law #2)

War "The Blade Itself" für mich eher ein Setup für das Worldbuilding, welches eher nur lose eine zusammenhängende Geschichte erzählt und erst sehr spät anfing seine Stärken auszuspielen, macht der zweite Teil sehr viel richtig. Die Figuren sind alle inzwischen in den Köpfen etabliert und können sich weiterentwickeln. Das Worldbuilding wird weiter voran getrieben und es macht mehr und mehr Spass etwas über "The Circle of the World" zu erfahren. Wie ist die Welt entstanden, Schöpfungsmythologie, alte zerfallene Reiche und Konflikte, es gibt eine eigene Heldensage - ähnlich dem Olymp oder Asgard. Spannend.

The Circle of the World - Map by Adam Whitehead

Und ja - es ist brutal. Abercrombie beschreibt Folter- und Kriegsszenen so, dass man manchmal einfach weggucken will. Es gibt immer wieder Gewaltausbrüche, aber so gut beschrieben dass man ein Gefühl von Ekel und Faszination erlebt. Definitiv nichts für schwache Nerven. Wobei die meisten dieser Szenen von den Charakteren zumindest nicht unreflektiert behandelt werden. Es gibt innere Konflikte und Verarbeitungen über das geschehene und die Gewalt scheint nicht NUR der Gewalt wegen im Buch zu sein, tragen zur Figurenentwicklung bei.

Auch interessant, in diesem, als auch im letzten Buch geht es im weitesten Sinne um Konflikte zwischen Imperien und Königreichen, aber nicht einmal kommt ein solcher Herrscher als Figur vor, es wird über diese gesprochen, was sie machen, was sie tun, aber das ganze Narrative ist komplett auf den unteren Ebenen. Und hier passiert viel: Wie ich schrieb, Band 1 war eher ein Setup, in diesem Teil konnten sich Figuren entwickeln. Glaubwürdig entwickeln, vielleicht nicht immer komplett unvorhersehbar, aber trotzdem überraschen. Die Figur des Inquisitors Glotka ist hier vermutlich am besten gezeichnet, eine gemeinere, ruchlosere Version eines Tyrion Lannisters aus Game of Thrones.

Ich habe in meinem Leben noch nicht viel Fantasy gelesen. Ich kenne die Herr der Ringe Bücher, sah Game of Thrones, und sonst war ich vermutlich eher im Videospielbereich mit dem Genre in Kontakt. Mir fehlen also ein bisschen die Vergleichsmöglichkeiten, aber was ich bisher zu der "First Law" Saga*[1] sagen kann ist: Es macht verdammt viel Spass und ich freu mich auf Band 3!

LiedGut III

Es ist Juni und es gibt neue Favorites. Der letzte Monat war scheinbar größtenteils von Hip Hop geprägt. Auch interessant: Gleich zwei Bands mit Blechblasinstrumenten, die trotzdem unterschiedlicher nicht sein könnten. Und zwei Songs die zumindest im Songtitel das Wort "Stadt" haben.

Photo by Uwe Conrad on Unsplash

Photo by Uwe Conrad

Sweet Dreams - Frank Goosen

Als ich vor ein paar Wochen "Project Hail Mary" kaufte, nutzte ich auch diesen lange nicht mehr erlebten Moment des "In einer Buchhandlung sein" und habe mich noch etwas umgeguckt. Frei nach dem Motto "Einzelhandel erleben" (tm) - einfach mal ein Buch kaufen wo man keine Goodreads Punktzahl oder Vorabinformationen hat. Irgendwann fiel dann der Blick auf Sweet Dreams*[1] von Frank Goosen.

Warum auch nicht - tolles Cover. Und jeder weiss: Man soll IMMER ein Buch nach seinem Cover beurteilen.

Sweet Dreams von Frank Goosen

Laut Tagline auf dem Cover ist "Sweet Dreams" ein "Rücksturz in die 80er". Eine Sammlung von Erinnerungen aus der Kindheit/Jugend des Autors - im Zeitraum von 1980-1989. Ein Zeitraum mit dem ich als '83er Jahrgang jetzt eigentlich nicht viel anfangen konnte [2], aber viele erwähnte Dingen haben ein "Achja, das gabs ja auch" hervorgerufen. Und eigentlich ist auch genau das die Grundidee des Buchs: Namedropping. Unglaublich viel Namedropping. Unglaubl;ich Unglaublich Unglaublich viel Namedropping.

Initial hat sich Goosen noch Mühe gegeben die Epoche in die Geschichte einzubauen. So gab z.B. lange Dialoge über Paul McCartney, die ich durchaus interessant fand. Mit fortschreitender Seitenanzahl werden aber jegliche Geschichten einfach mit Musik, Filmen, Dingen aus den 80ern dekoriert. Bringt nichts voran, löst aber "Memberberries"-Momente beim Lesen aus. Vielleicht ähnlich eines Ready Player Ones, bloss komplett ohne Kontext. Muss man mögen sowas.

Und dann das nächste Problem: Die Geschichten und Episoden sind kaum miteinander verbunden. Wird eine Geschichte interessant [3], wird man nach ein paar Seiten wieder an einen anderen Ort katapultiert, neuer Kontext, mehr Namedropping. Spannung kann so schwer aufgebaut werden. Und dann hat mich auch noch gestört dass Goosen die meiste Zeit aus der Ich-Perspektive erzählt, mitten im Buch aber scheinbar die Hauptfigur und Freundeskreis ändert und die Perspektive in die dritte Person wechselt... , und dann wieder zu sich zurückspringt - wieder ohne Bezug. Muss man mögen sowas.

Gegen Ende hab ich dann rausgefunden, dass genau diese Personen dann in den anderen Büchern [4](https://https://amzn.to/3cHE9K6[^partnerlink])[^partnerlink], Kein Wunder[1] und Förster, mein Förster[1].] des Extended Goosiverse (tm) auftauchen. Dort sogar scheinbar sehr große Rollen spielen. Im Nachwort wird erwähnt dass einige Kapitel in einen komplett anderen Kontext erschienen sind, teilweise als Vorworte für andere Bücher oder als Spiegel Online Artikel (?). Und ... ich wünschte ich hätte diese Info früher gehabt. Vielleicht hätte ich dann zumindest etwas Charakterbindung aufbauen können.

Ich weiss nicht wie man das Buch als Frank Goosen Fan wahrnimmt - die Goodreads Bewertungen scheinen allgemein recht positiv zu sein. Aber als "Spontankauf" in der Buchhandlung hat es, bis auf ein paar sehr witzigen Momente, für mich funktioniert. Leider.

Blog: Technik Update

Vor ca. einem halben Jahr startete ich die Neuauflage dieses Blogs, Fokus weg von Webentwicklungsthemen [1](https://bitbucket.org/flrnz/freelance/src/master/content/blog/).] und mehr Alltagsdinge - was sich bisher nur in Buchreviews und gelegentlicher Musik manifestiert hat. Meine Wahl damals war Netlify CMS - ein Entscheidung die ich relativ schnell bereut habe. Die NCMS UI war schrecklich, der Editorial Workflow war mühsam und zeitraubend und dann wurden Daten im Firefox am Ende scheibar nie richtig angezeigt. Kurz: Das Bloggen hat damit keinen Spass gemacht.

Deswegen habe ich in den letzten Tagen etwas gebastelt und Netlify CMS am Ende komplett weggelassen. Dieser Blog benutzt jetzt Strapi als Headless CMS, gehostet auf Heroku, hat eine MongoDB Datenbank und Bilder liegen bei Cloudinary. Das ganze basiert auf diesem Blogbeitrag von Chris Wray und ich finde es großartig! Schon weil es mich nichts kostet :)

Und das Frontend ist weiterhin das gleiche - basierend auf Nuxt.js, gehostet bei Netlify. Und es ist weiterhin komplett statisch! Dank Webhooks.

Starte ich das Strapi Backend auf Heroku und veröffentliche dort einen Post, kann ich mithilfe von Webhooks direkt einen statischen Build bei Netlify triggern. Und dieser Build dauert - im Gegensatz zu Netlify CMS, wo jegliche Änderung 2-3 Builds und insgesamt 5-10 Minuten dauerte - nur noch 30-60 Sekunden.

Hier und da ruckelt es noch im Frontend, aber es funktioniert erstmal. Sorry auch an die RSS Leute, ich dürfte in den letzen 24h sehr viel Doppelposts in eure Feeds gekippt haben.

Im übrigen habe ich einige Artikel "nachgereicht", welche sich während meiner Umbauphase angesammelt haben.

Update Ich habe Apollo/GraphQL durch Rest in Strapi ausgetauscht, leider gab es immer wieder einen Query Request der den Heroku Server aufwecken musste, was zu enormen Ladezeiten geführt hat. Ausserdem hab ich das Layout angepasst. Manche sagen es ist besser. Manche nicht. Mal gucken. Dieser Blog wird eine ewige Baustelle sein.