Open Tabs - wie ich versehentlich eine neue Blogplattform baute

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Dieser Blog hatte nie wirklich eine klare Richtung. Kein festgelegtes Thema, keine Nische – das war ein bisschen Absicht, ein bisschen Faulheit. Ich wollte einfach über das schreiben, was mich gerade beschäftigt. Dass ich dadurch auch meine Lesemotivation aufrechterhalten wollte, war so erst gar nicht geplant.

Das Problem dabei: Sobald der Alltag dazwischenfunkt, fehlt die Zeit für ordentliche Artikel. Und so kommt es, dass ich aktuell nach jedem Buch ein Foto mache und es hier hochlade. Vorhersehbar und auch zeitlich gut einzuschätzen.

Dennoch fehlte mir irgendwie eine Möglichkeit, Dinge schnell zu teilen, ohne gleich ein langes Essay zu schreiben. Bis ich letztens einen Gedanken hatte.

Das Konzept: Raindrop.io als Backend

Ich sammle schon seit Jahren – mit wechselnder Motivation – Bookmarks in Raindrop.io. Artikel, Tools, Videos, Repos – alles landet dort, schön sortiert in Collections und versehen mit Tags. Dabei fiel mir auf: Raindrop bietet pro Bookmark ein beliebig langes Notizfeld. Das ist eigentlich alles, was man für ein Linkblog braucht: einen Link und einen kurzen Kommentar in Markdown, fertig.

Eine wirklich sehr kurze Recherche später habe ich VS Code gestartet und herumgespielt. Herausgekommen ist dabei eine neue Seite – eine wilde Mischung aus Linklog und Linksammlung. Zielgruppe unbekannt, aber erst mal gefällt es mir.

Das Ergebnis – mit dem vorerst unkreativen Namen "Open Tabs" – findet sich hier.

opentabs-start-darkmode.jpg opentabs-rec-feed.jpg opentabs-collection-dark2.jpg opentabs-darkmode-1.jpg opentabs-detail.jpg opentabs-collection-darkmode.jpg opentabs-rec-1.jpg

Aktuell ist offensichtlich noch alles sehr "Beta". Das Logo wird sich noch ändern und auch der Name war nur das erst zweitbeste, was mir eingefallen ist. Aber gerade versuche ich, den inneren Perfektionisten zu ignorieren, und gebe mich erstmal zufrieden.

Die Steuerung: Tags als Schalter

Einfach Raindrop.io als Backend und Datenbank zu nutzen, bringt ein paar Hindernisse mit sich. Mit jeder herkömmlichen Blogsoftware kann ich relativ genau kontrollieren, wie Daten angezeigt werden. Diese Möglichkeit bietet Raindrop auf den ersten Blick nicht – außer ich nutze Tags.

Deswegen habe ich mir Control-Tags eingebaut, die das Verhalten eines Eintrags beeinflussen:

  • Recommended: Ein Bookmark mit curated/recommend landet in einem eigenen Empfehlungsfeed und ist direkt auf der Startseite oder der Empfehlungsseite sichtbar.
  • Pin-Tags: Ein Tag pinnt einen Eintrag oben in der Collection fest, wenn ich curated/pinned setze.
  • Highlight-Tags: Setze ich curated/highlight, wird das Bookmark in der Collection optisch hervorgehoben.
  • ... und noch weitere.

Der Endnutzer – also DU – siehst von dieser Logik nichts. Die Control-Tags werden im Frontend einfach ausgeblendet. Fand ich erstmal clever. Ob es wirklich so ist, wird wohl die Zeit zeigen.

RSS überall

Ich mag RSS, also gibt es hier auch reichlich davon. Jede Collection hat ihren eigenen Feed, z. B. meine Sammlung für Note Taking Apps. Die Empfehlungen haben einen eigenen Feed und es gibt einen globalen Feed für alles zusammen. [1]

mobile2-dark.jpg mobile1-light.jpg

Der Tech-Stack

Technisch läuft das Ganze auf Nuxt 4 mit Nuxt UI, Tailwind CSS und Pinia. Die Raindrop-API ist äußerst angenehm zu nutzen – alles, was ich brauche, ist vorhanden. Das Layout ist funktional, wobei aus UI- und UX-Sicht sicher noch viel Luft nach oben ist. Auch mildly interesting, ich konnte mich mit Nuxt Layern beschäftigen!


Was kommt als Nächstes?

Inhaltlich wird es sich wohl hauptsächlich um Technik, Apps, Bücher, Hobbys, Software und Webentwicklung drehen – das ist schlicht das, womit ich täglich zu tun habe. Aber ich behalte mir vor, auch andere Themen einzustreuen, wenn mir etwas Interessantes über den Weg läuft. Im Grunde ist es ein Braindump mit Linklisten.

Und: Ob ich künftig mehr auf Englisch schreibe? Vielleicht. Erst einmal läuft das hier auf Deutsch weiter – allerdings mit gelegentlichen englischen Artikeln, so wie diesem hier.

Footnotes

  1. Ich rate allerdings davon ab, diesen zu abonnieren. Dieser ist wirklich sehr ungefiltert und random.