Hyperion - Dan Simmons

Das Buch Hyperion, gehalten von einer Hand. Im Hintergrund ist ein Buchregal

Lest mal diesen Klappentext:

On the world called Hyperion, beyond the law of the Hegemony of Man, there waits the creature called the Shrike. There are those who worship it. There are those who fear it. And there are those who have vowed to destroy it. In the Valley of the Time Tombs, where huge, brooding structures move backward through time, the Shrike waits for them all. On the eve of Armageddon with the entire galaxy at war, seven pilgrims set forth on a final voyage to Hyperion seeking the answers to the unsolved riddles of their lives. Each carries a desperate hope—and a terrible secret. And one may hold the fate of humanity in his hands.

Alles klar?

Manchmal steht ein Buch jahrelang im Regal, weil der Klappentext mehr Fragen aufwirft als Lust aufs Lesen macht. Hyperion war bei mir so ein Fall: Ein mysteriöses Wesen namens Shrike, Pilgerreisen, Zeitgräber, galaktischer Krieg – klingt erstmal nach klassischer Space Opera, aber irgendwie auch nach einem Buch, das sich nicht so recht greifen lässt.

Der Einstieg war, sagen wir mal, holprig. Schon beim ersten Versuch bin ich gescheitert und habe das Buch wieder weggelegt. Erst nach einer längeren Pause, mit etwas mehr Geduld und weniger Erwartungsdruck, habe ich mich nochmal rangewagt. Und ja, es hat sich gelohnt – auch wenn ich zwischendurch mehrfach dachte, dass ich den Faden verliere.

Die Rückseite des Buches

Was Hyperion besonders macht: Es gibt keinen klassischen roten Faden, sondern sechs Kurzgeschichten, die alle mit dem Planeten Hyperion verknüpft sind. Die Rahmenhandlung verbindet die Geschichten, aber jede erzählt ihr eigenes Genre – von Film-Noir-Detektiv über philosophische Lebensgeschichte bis hin zu Action und Reisetagebuch. Mal erinnert das an Benjamin Button, mal an klassische Sci-Fi, mal an ein arte Biopic mal an eine düsteren Actionfilm.

Ich war anfangs komplett überfordert mit der Masse an Begriffen und Konzepten. Die Welt ist riesig, die Figuren zahlreich, und gefühlt jeder Dialog wirft neue Fragen auf. Also habe ich beim Lesen viel unterstrichen und eine Art Cheatsheet (Glossar?) angelegt, um den Überblick zu behalten. Das findet ihr hier, falls ihr neugierig seid. Es sollte ziemlich spoilerfrei sein.

Was mich gestört hat: Das Buch endet abrupt, ohne echtes Finale. Laut Reddit lag das an einer Entscheidung des Publishers, was mich ehrlich gesagt etwas frustriert hat. Aber spätestens ab der Hälfte war klar: Ich will wissen, wie es weitergeht. Die Folgebände sind schon auf der Leseliste.

Hyperion ist definitiv kein Buch für zwischendurch. Es fordert Geduld und Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Ideen, Stilen und Perspektiven. Wer Lust auf Sci-Fi abseits der ausgetretenen Pfade hat, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.

Bewertung? 4.5 von 5. Ein halber Punkt Abzug für das abrupte Ende und den schweren Einstieg – aber ansonsten: Empfehlung!