Ich erwähnte letztens in meinen Artikel zu tschick dass es ich immer wieder auf bestimmte Bücher bei anderen Menschen stoße. Während tschick nun ein Dauergast in den Regalen war, fällt die Antwort auf das eigentlichen Lieblingsbuch und / oder Autor auf Jonathan Safran Foer und/oder seinem Buch "Extrem laut und unglaublich nah". Was seltsam ist, denn findet sich sein Buch bereits seit langer Zeit in meinem Regal. Stark ramponiert von diversen Umzügen, und sicher bin ich mir auch dass ich es schon öfter durchgeblättert habe, denn man erinnert sich daran dass man es durchgeblättert hat [1]

Jetzt hat sich ergeben dass ich ein Zeitfenster bis zur Lieferung den nächsten Buches im Buchladen an der Ecke abwarten musste und dieses Buch war da. Einfach so. Mal wieder - also ging ich es an. Was ist es, dass sich soviele Leute an diesem Buch so erfreuen? Was hat es mit den Dingen auf sich die man beim Durchblättern sieht? Und viele weitere Fragen die eigentlich alle nicht wichtig sind.
Am Ende des Buches hat man eine handwerklich interessantes Geschichte erlebt. Zum einen ist es nicht "eine Geschichte" sondern zwei Handlungsstränge, die sich um mehrere kleine Handungsstränge wickeln. Es ist ein bisschen Roadmovie... Roadbuch? Also es gibt eine Reise und wir lernen interessante Leute kennen. Und dann ist es noch ein Buch über Trauma, Verlust und Ängste. Und dann fand ich es einfach durchschnittlich und seltsam gleichzeitig.
Handwerklich schön konstruiert, zieht es alle Register um Rätsel und Erwartungen aufzubauen und dann auf andere Art aufzulösen. Aber gleichzeitig kann eine Erzählung anders sein, aber trotzdem nicht hervorragend. Zum einen - der Protagonist, Oskar. Ein Junge, im Buch dargestellt als wissbegieriger Schlauberger, der sich so verhält wie sich kein Kind verhält. Nun kann man das auf ein Trauma schieben. Oder eine Art neurologische Störung wie Asberger Autismus, die dem Kind diverse Leute auf Goodreads andichten. Ob nun Trauma oder Asberger, ich konnte das Verhalten, Machen und Tun einfach nicht nachvollziehen.
Und dann: Die Menschen auf die Oskar im Laufe seiner Reise trifft. Solche Menschen existieren nicht. Fast jede Person auf die er trifft scheint neurotischer zu sein als jeder Hauptcharakter in Seinfeld. Ich bin mir sicher dass der Autor hier bestimmte Eigenarten und Dinge erzählen wollte, oder vielleicht sogar die Darstellung nur durch die Augen des Jungen so neurotisch verschoben war - aber dennoch - ich kann mir nicht vorstellen dass es diese Menschen so geben kann. [2] [3] [4] [5] [6]
Also: 5/5 für Struktur, 2/5 für den Rest [7]